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Dietmar Osterburg Trio

Dietmar Osterburg Trio


Dietmar Osterburg (g), André Neygenfind (b), Eddie Filipp (dr)

Schon seit 2007 wissen Jazzgitarre-Connaisseurs, dass Dietmar Osterburg kein Einzelkämpfer ist, sondern ein Teamster. Wer das Debütalbum des D. O. Trios, "For A While", kennt und jetzt aktuell dessen Nachfolger "Inside Out" hört, wird zustimmen: Dieses Trio ist tatsächlich, was man einen Klangkörper nennt, ein homogenes Ganzes, das aus disparaten Teilen besteht, die sehr viel mehr ergeben als nur ihre Summe.

Es gibt kaum hochrangige Jazzgitarristen, die die Trio-Formation nicht ihre Traumbesetzung nennen würden. Aber weil solch eine Besetzung mit der Interaktion steht und fällt, gehört sie auch, speziell für Gitarristen, zu den heikelsten. Denn obwohl sie wie auf dem Objektträger Rhythmus und Melodie/Harmonie pur und zwischen beiden Polen den Bass als vermittelnde Instanz bietet, verbergen sich just da auch eine Menge Fallgruben: Im Trio gibt es rein nichts zu verstecken. Wer Trio wagt, ist so exponiert wie nicht einmal in Solo oder Duo. Bluffen, Pfuschen, Blenden - das alles gibt es nicht.

Das Dietmar Osterburg Trio, das in unveränderter Besetzung seit 2005 spielt, ist, was man treffend ein dream team nennt, ein fesselndes Dreigestirn von bester Chemie, in dem eine Menge mehr "los ist" als in Top-Trios mit noch klassisch-abgrenzender Rollenverteilung. Bassist André Neygenfind und Schlagzeuger Eddie Filipp sind weit mehr als eine konventionelle Rhythmusgruppe - ein veritables Kraftwerk unerschöpflicher Aktivität und Kreativität, das den Gitarristen über die volle Distanz bestens darin unterstützt, modernen Mainstream zu produzieren, der viel moderner ist, als er Mainstream ist. Dietmars meisterhafte Mischtechnik verwebt Akkorde und Melodiebögen zu auf- und erregenden Ereignissen, wie man sie auf der Gitarre höchst selten (falls überhaupt) zu hören bekommt. Alle drei gemeinsam bieten eine hinreißende Fülle von Auswegen aus dem Prokrustesbett vorfabrizierter Mainstream-Muster, -Formeln und -Abläufe. Und verweigern sich dennoch nicht dem musikalischen Diesseits, dem Konsens, der Verbindlichkeit, der Freude am Kommunizieren.

Dietmar Osterburg hat Geige gelernt und Gitarre und Jazz erst mit 18 entdeckt. Nach dem Studium von Theologie, Germanistik und Pädagogik in Hamburg, entschloss er sich, auch noch Musik zu studieren, in den Niederlanden und dann bis zum Diplom in Hannover bei Thomas Brendgens. Dort widmete sich der Braunschweiger, Unterricht inklusive, mehr und mehr auch dem Kontrabass. Workshops - etwa mit (den Gitarristen) Jim Hall oder Philip Catherine - komplettierten seine Studien. Da hatte er bereits im eigenen Trio und in einer Band des Posaunisten Nils Wogram gespielt, dann aber eine Zeitlang den Kontrabass der Gitarre vorgezogen. So spielte er mit Hänsche Weiss oder Uli Beckerhoff, ist nach wie vor fest in der Gruppe des Sinto-Geigers Martin Weiss, zudem als gefragter Theatermusiker in ganz Norddeutschland, sowie für Funk und Fernsehen tätig. Seit einiger Zeit lässt er nun die Gitarre doch wieder eine bedeutendere Rolle spielen, gründete erst mit dem Trompeter Christian Kappe ein Quartett, spielte wieder mit Beckerhoff und in seinem eigenen Trio mit André und Eddie.

Andre Neygenfind lebt in Wolfsburg und hat in Lübeck Bass-Unterricht bei Dieter Ilg und Peter Kowald gehabt. Kontra- und E-Bass spielt er hauptberuflich. Gearbeitet hat er u. a. auch mit Uli Beckerhoff, mit Kai Brückner, Christoph Oeding und dem Juju Orchestra und an etlichen CD-Produktionen, etwa von Groove Galaxy oder Dub Guerilla mit Uwe Granitza, Dr. Ring Ding und Nils Wogram teilgenommen. Gegenwärtig abreitet er u. a. mit der Sängerin Meike Köster und Tom Bennecke von der Jazz Kantine.

Eddie Filipp ist live und im Studio so gefragt wie stilistisch flexibel zwischen Jazz, Pop, Rock, Country und allem, was es noch so dazwischen gibt. Seine respektable "Spielte mit..."-Liste bietet so unterschiedliche Namen auf wie Inga Rumpf, Tony Lakatos, Alex Conti, Dirk Busch, Hannes Wader, die Hamburg Blues Band, Nils Tuxen, Vince Weber, Klaus & Klaus, Heinz Hoenig, Barry Ryan, Howard Carpendale oder auch Deborah Sasson, sowie, last not least, "diverse Bigbands und Jazzformationen".